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VFDB Referat für Ausbildung, Jugendarbeit und Weiterbildung
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Fernfeld / Nahfeld

Die Bundesnetzagentur läßt verlauten:

"Auf der Grundlage des Amateurfunkgesetzes (AFuG) in Verbindung mit der Amateurfunkverordnung (AFuV, 1997) sowie der Telekommunikationszulassungsverordnung (TKZulV, 1997) muß jeder Betreiber einer ortsfesten Amateurfunkstelle die Einhaltung der Personenschutz- und Herzschrittmachergrenzwerte der Regulierungsbehörde nachweisen. Die Grenzwertanforderungen und die grundsätzliche Vorgehensweise zum Nachweis des Schutzes von Personen in elektromagnetischen Feldern wurden durch das Plausibilitätsüberprüfungsverfahren geregelt (Amtsblattverfügung Nr. 306/97 des ehemaligen Bundesministeriums für Post und Telekommunikation).
Von der Regulierungsbehörde wurde kein detailliertes Berechnungs-, bzw. Meßverfahren, im Rahmen des Plausibilitätsüberprüfungsverfahrens festgelegt, um der nach dem Gesetz über den Amateurfunk (AFuG, 1997) geforderten Eigenverantwortlichkeit des Funkamateur Rechnung zu tragen." (Quelle: Bundesnetzagentur)

Die Bundesnetzagentur (ehem. RegTP) vertraut also beim Nachweis über die Einhaltung der Grenzwerte auf die Fachkompetenz des einzelnen Funkamateurs.
Damit beim Plausibilitätsprüfungsverfahren keine Probleme auftreten, sollte man allerdings einige Gegebenheiten beachten.

  1. Im Frequenzbereich von 3 kHz bis 300 GHz werden die Grenzwert für den Personenschutz in der DIN VDE 0848 festgelegt. Zusätzlich werden im Frequenzbereich von 50 kHz bis 50 MHz Beeinflussungsschwellen für Herzschrittmacher geltend gemacht. Die Einhaltung dieser Grenzwerte ist durch den Funkamateur nachzuweisen.

  2. Für die Auswahl der Art der Ermittlung der Sicherheitsabstände ist es wichtig die drei verschiedenen Zonen zu betrachten.

Zone

Abstand

Bemerkung

Fernfeld


 
Fernfeld
hier wird mit Fernfeldformeln gerechnet


strahlendes Nahfeld


bis

 
hier darf mit Fernfeldformeln
gerechnet werden


reaktives Nahfeld


 

 
hier kann nur mit Nahfeldformeln
gerechnet werden oder
es muß gemessen werden

Fernfeld

Im Fernfeld liegt ein konstanter Bezug zwischen dem elektrischen und magnetischen Feld vor. Auf diesen Zustand beziehen sich die meisten Programme für Antennen- und Felstärkeberechnung. Hierfür sind auch z.B. die Programme WATT, Plausi.xlt oder EMVUCALC gedacht. Es besteht auch die Möglichkeit mittels Online-Rechnern die Grenzwerte z.B. über Michaels EMVU-Rechner oder über Lars Pipa DL6FCB zu ermitteln.

 

strahlendes Nahfeld

Im strahlenden Nahfeld herrschen ähnliche Bedingungen wie im Fernfeld. Der Fehler, der bei einer Berechnung mittels Fernfeldformeln entsteht ist vernachlässigbar gering. Die ermittelten Sicherheitsabstände können ohne Bedenken geltend gemacht werden.

 

reaktives Nahfeld

Im reaktiven Nahfeld herrschen vollkommen andere Bedingungen als in den anderen beiden Zonen. Hier besteht kein fester Bezug zwischen magnetischem und elektrischem Feld. Die Feldstärke ist sehr abhängig von der verwendeten Antennenart und kann auch sehr stark innerhalb kürzester Abstände schwanken. Die verwendete Leistung kann auch keine eindeutige Auskunft über die auftretenden Feldstärken geben. Ein LPD-Handy mit 10 mW Sendeleistung schafft z.B. an seiner Gummiwendelantenne leicht 30 - 40 V/m.

Eine Berechnung von Sicherheitsabständen innerhalb des reaktiven Nahfeldes kann keinesfalls mit Fernfeldformeln berechnet werden. Die Formeln stimmen da einfach nicht.

Es gibt für diesen Fall einige Programme die auch eine Nahfeldberechnung ermöglichen. Es seien hier nur einige erwähnt wie :

Von diesen Programmen sind meist auch kostenlose Demoversionen zu bekommen, die eine Nahfeldberechnung für die Plausibiltätserklärung ermöglichen, ohne sie für eine einmalige Aktion kaufen zu müssen.
Allerdings besteht bei all diesen Programmen das Problem, daß man die Antenne, den Untergrund und die Bebauung in der Berechnung einbeziehen muß. Die mathematische Erfassung dieser Einflußfaktoren ist zum Teil recht kompliziert und zeitraubend. Außerdem kennt man meist die elektrischen Eigenschaften der Gebäude oder der Bäume vor dem Haus nicht. Allerdings gibt es im Internet z.B. unter dem Stichwort NEC oder NEC-LIST eine ganze Anzahl von fertigen Modellen für die verschiedensten Antennentypen, welche eigentlich nur noch angepaßt werden müssen um damit brauchbare Ergebnisse zu erzielen.

Weitere interessante Informationen zu dieser Thematik mit einigen sehr schönen Feldbildern sind unter "EMVU im Amateurfunk" von Michael Schneider, DL1JHR zu finden.

Wenn alles Rechnen nicht hilft, dann bleibt eben nur noch die

Messung

Ich glaube viele Funkamateure haben zu unrecht Hemmungen davor Messungen zu machen. Die RegTP hat bisher keinerlei Bedingungen an die Art oder den Typ der zu verwendenen Meßgeräte gestellt. Es ist auch erstaunlich wie viele Funkamateure Zugriff auf sehr gute Meßtechnik haben und auch gern bei den Messung helfen. Man muß halt nur einmal im Bekanntenkreis fragen. Im Notfall ist Meßtechnik zum Teil auch in DARC-Distrikten vorhanden oder man kann beim EMV-Referat des DARC Hilfe bekommen.
Auch die Verwendung von Eigenbaumeßgeräten ist nicht verboten. Allerdings sollten diese auf geeigente Weise kalibriert worden sein. An der FH-Jena wurde für diese Fälle eine Kalibriermöglichkeit in Zusammenarbeit zwischen dem DARC-Verlag, dem EMV-Labor der FH-Jena und dem Referat gefunden. 
Sollte es damit Probleme geben, dann möge man sich bitte bei mir melden. Es findet sich ein Weg.

Vom Referat AJW wurden schon für eine Reihe von OM's Feldstärkemessungen zur Plausibilitätserklärung durchgeführt. Dabei hat sich gezeigt, daß die gemessen Werte gar nicht so schlecht aussehen, wie es manche Berechnung befürchten läßt.
Für die Dokumentation von Messungen der elektrischen Feldstärke wird vom Referat AJW folgendes Meßprotokoll verwendet. Es handelt sich dabei um eine Excel-Arbeitsmappe die je ein Formular für 10 Meßpunkte bei 9 Afu-Bändern und 6 Meßpunkte bei 8 Afu-Bändern beinhaltet. Die Anzahl der Meßpunkte, Bänder und auch die grafische Darstellung der Meßergebnisse können den jeweiligen Bedingungen beliebig angepaßt werden.


Homepage des VFDB e.V - Letzte Änderung: 31.05.2006 -
Norbert Tonko, DL1ARK