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Wie werde ich
Funkamateur? Wege zum Amateurfunk
1. Ohne Prüfung
keine Amateurfunkzeugnis!
Das
"Gesetz über den Amateurfunk (Amateurfunkgesetz - AfuG 97) vom
27.Juni 1997" legt fest, dass Sie als angehender Funkamateur vor
einem Prüfungsausschuss einer Außenstelle der Regulierungsbehörde für
Telekommunikation und Post, kurz RegTP, eine Prüfung ablegen müssen.
Durch die bestandene Prüfung wird nachgewiesen, dass Sie über die
Kenntnisse und Fertigkeiten zum ordnungsgemäßen Betrieb einer Funkstelle
verfügen.
2. Wozu berechtigt
das Amateurfunkzeugnis?
Mit bestandener Prüfung
erhalten Sie von der RegTP das Amateurfunkzeugnis und meist einige
(wenige) Tage später ein unverwechselbares, international nur einmal
vergebenes Rufzeichen. Mit diesem Rufzeichen können Sie auf allen im
Amateurfunkzeugnis genehmigten Bänder funken.
Sie dürfen jetzt Geräte selbst bauen, neue oder gebrauchte Geräte
umbauen und mit Antennen experimentieren. Sie können Morsen oder
Sprechfunk betreiben, Bilder und Daten drahtlos übertragen,
Relaisstationen oder Amateurfunksatelliten zur Erhöhung der Reichweite
benutzen, an Funksportwettbewerben teilnehmen und Amateurfunkfernsehen ATV
betreiben.
Amateurfunkzeugnisse werden in die Klassen 1, 2, und 3 eingeteilt. Sie
unterscheiden sich im Schwierigkeitsgrad der Prüfung und in der
Genehmigung zur Benutzung der verschiedenen Bänder:
Klasse 1: Technische
Kenntnisse; betriebliche Kenntnisse (nationale und internationale
betriebliche Regeln und Verfahren); Kenntnisse über nationale und
internationale Vorschriften; praktische Fertigkeiten im Hören und Geben
von Morsezeichen. Das Amateurfunkzeugnis der Klasse 1 berechtigt zur
Teilnahme am Amateurfunk auf allen dem Amateurfunkdienst zugewiesenen
Frequenzbereichen in allen zugelassenen Betriebsarten bis zur maximal zulässigen
Sendeleistung.
Klasse 2:
Prüfungskenntnisse wie
Klasse 1, nur die Morseprüfung entfällt. Das Amateurfunkzeugnis der
Klasse 2 berechtigt zur Teilnahme am Amateurfunk auf allen dem
Amateurfunkdienst zugewiesenen Frequenzbereichen und ist derzeit über
eine Pressemitteilung der BMWA mit der Klasse 1 in Deutschland
gleichgestellt. Im Rahmen der Novellierung der AFuV wird die Klasse 2 dem
Vernehmen nach mit der Klasse 1 gleichgestellt.
Klasse 3:
nur die wesentlichen
Grundzüge der technischen und betrieblichen Kenntnisse und der Kenntnisse
über nationale und internationale Vorschriften, keine Morseprüfung. Das
Amateurfunkzeugnis der Klasse 3 berechtigt zur Teilnahme am Amateurfunk
auf den dem Amateurfunkdienst zugewiesenen Frequenzbereichen 144 bis 146
MHz und 430 bis 440 MHz in allen zugelassenen Betriebsarten mit eingeschränkter
Sendeleistung nicht größer als 10 Watt EIRP.
3. Was wird in der Prüfung
verlangt?
3.1 Betriebliche
Kenntnisse:
- Sie kennen das System
der Rufzeichen, die auf den von der ITU (Internationale Fernmeldebehörde)
vergebenen Landeskennern basieren
- Sie kennen die international vereinbarten Abkürzungen, mit denen Sie
z.B. beim Tastfunk (Morsen) auch ohne Fremdsprachenkenntnisse Funkverkehr
mit ausländischen Funkamateuren abwickeln können;
- Sie kennen die verbindlichen Regeln (Gesetze und Verordnungen), die beim
Funkverkehr beachtet werden müssen.
3.2 Technische
Kenntnisse:
- Sie wissen, wie
Sender, Empfänger und Antennen funktionieren
- Sie wissen über die physikalischen und technischen Zusammenhänge der
elektromagnetischen Wellen und ihrer Ausbreitung Bescheid
- Sie kennen die Eigenschaften der verschiedenen Modulationsarten (AM, FM
analoge und digitale Signalverarbeitung) und Betriebsarten (Tastfunk,
Sprechfunk, Text- und Bildübertragung); Sie haben Kenntnisse über die
elektromagnetische Verträglichkeit und deren Anwendung auf Personen- und
Sachschutz.
3.3 Kenntnisse von
Vorschriften
- Sie wissen, welche Pflichten Ihnen die einschlägigen Gesetze und
Verordnungen abverlangen, und Sie kennen Ihre Rechte als Funkamateur.
3.4 Morsekenntnis:
- Sie können Morsezeichen aufnehmen und mit der Handtaste geben (nur
für Zeugnisklasse 1)
4. Fragen - und
Antwortenkatalog
Der neue Fragenkatalog „Prüfungsfragen für den Erwerb der
Amateurfunkzeugnisse der Klassen 1 und 2“ ist seitens der
Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post erstellt und seit
Mitte September über die RegTP und den DARC
- Verlag lieferbar. Der Fragenkatalog ersetzt den zuletzt 1988 geänderten
Fragenkatalog mit dem Titel „Fragen und Antworten zur fachlichen Prüfung
für Funkamateure“.
Prüfungen für die Amateufunkzeugnisklassen 1 und 2 im
Multiple-Choice-Verfahren mit Fragen nach dem neuen Fragenkatalog werden
ab dem 1. Januar angeboten. Prüfungen nach dem bisherigen Verfahren und
dem Fragenkatalog vom 1988 können noch auslaufend bis zum März 2003
abgelegt werden.
Für die Amateurfunkzeugnisklasse 3 ist das Prüfungsverfahren bereits auf
das neue Fragenformat (Fragen und vorgegebene Auswahlantworten - multiple
choice) umgestellt worden. Die bei der Prüfung gestellten Fragen und die
richtigen und falschen Antworten sind von der Regulierungsbehörde (RegTP)
im Fragenkatalog zur Klasse 3 veröffentlicht worden. Dieser kann zum
Preis von 5,11 € zuzüglich Versandkosten bestellt werden:
Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post
Z 23 DrV-1
Postfach 80 01
55003 Mainz
Fax (0 61 31) 18 56 20
Sie können den Fragenkatalog auch http://www.darc.de/newcomer/klasse3.html
kostenlos herunterladen.
5.Vorbereitung auf
die Lizenzprüfung
5.1 Kurse der Ortsverbände des DARC e.V.
Nehmen Sie Kontakt zu einem der über 1000 Ortsverbände des Deutschen
Amateur-Radio-Clubs DARC e.V. auf. Seine Ortsverbände bieten von Zeit zu
Zeit Ausbildungskurse an. Die Anschrift des nächstgelegenen Ortsverbandes
erhalten Sie bei der
DARC Geschäftsstelle in Baunatal (Tel.: 0561-9 49 88
0)
5.2 Ferienkompaktkurse
Der DARC veranstaltet mehrmals im Jahr an verschiedenen Orten in den
Ferien ganztägige Kompaktkurse, die mit der Lizenzprüfung am Kursort
enden. Termine und Ansprechpartner erfahren Sie ebenfalls bei der Geschäftsstelle
des DARC e.V., oder unter http://www.darc.de/referate/ajw/ausbildung/ausbildung-suche/karte.htm
5.3 VHS-Kurse
Verschiedene Volkshochschulen haben Amateurfunklehrgänge in ihrem
Kursprogramm. Wenden Sie sich an die VHS in Ihrer näheren Umgebung.
5.4 Fernkurse
Fernkurse zur Vorbereitung auf die Amateurfunkprüfung werden angeboten
von der
Fernschule Weber
Abt. 002
Postfach 2161
26192 Großenkneten
Internet: http://www.fernschule-weber.de
5.5 Onlinelehrgang des
DARC e.V.
Der DARC e.V. bietet für die Klasse 3 einen kostenlosen Onlinelehrgang
unter http://www.amateurfunkpruefung.de
an.
5.6 Selbststudium
Je nach Vorkenntnissen und Lernerfahrungen können Sie sich auch im
Selbststudium die notwendigen Kenntnisse aneignen. Allerdings lernt man in
der Gruppe effektiver. Auch wird in den meisten Kursen der Ablauf der Prüfungen
durchgespielt. Literaturhinweise für das Selbststudium finden Sie unter http://www.darcverlag.de/einsteiger.html,
eine Online-Prüfungssimulation für die Klasse A bietet DJ1MS unter online-amateurfunkpruefung.de
an.
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