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Der Dopplerpeiler oder
richtiger Phasenpeiler
ein Projekt des DARC OV-Berlin Spandau, D06
Vortrag von DL7HD am 07.11.2006
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DL7HD, Dieter, stellte uns den Peilapparat vor und erklärte ihn, nach der
für ihn üblichen Art in halbwegs verständlicher Form, trotz der
komplizierten Materie. Im Prinzip ist das nichts weiter wie ein
hochpräziser Antennenschalter mit Pfiff und professionellem Aussehen.
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Es handelt sich hierbei um einen Peilantennenzusatz,
der an ein beliebiges FM-Funkgerät angeschlossen werden kann und das
Peilen, z. B. von Füchsen, mit möglichst geringem Antennenaufwand ermöglicht.
Wobei die Ansage, geringer Antennenaufwand, sich eher auf die Antennengröße,
nicht aber die dort verwandte Technik bezieht.
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Grundlegendes, noch mal aufgefrischt.
Ein AM-Empfänger wertet jede Amplitudenschwankung aus und
erzeugt daraus das Informationssignal, ob es Töne (Sprache/Musik) oder
digitale Signale wie Telegrafie oder sonstiger Datenverkehr sei. Folglich
reagiert so ein RX auch auf Störungen, denn die Amplitudenschwankung könnte
ja auch eine Information/Modulation sein.
Ein FM-Empfänger soll dagegen möglichst im Bereich
der Begrenzung betrieben werden, damit für Störamplituden kein Platz mehr
vorhanden ist. Eine Störung tritt auch nicht auf einer präzisen Frequenz
auf, sondern irgendwo im Spektrum. Da ein FM-Empfänger aber den
Frequenzversatz um einen Sollwert (meist ZF) auswertet, sind Störamplituden
unkritisch, weil begrenzt und irgendwo, nur nicht auf Sollfrequenz.
Wird aber die Grundschwingung auf dem Sollwert in ihrer
Frequenzlage oder Phasenlage verändert, erzeugt sie im Demodulator eine
Spannung. Erfolgt diese Frequenzverschiebung im Rhythmus der zu übertragenden
Information (Musik/Sprache/digitale Signale) ist diese demodulierte Spannung
ein Abbild der gesendeten Information.
Was auch noch interessant ist, jeder Schwingkreis hat
ein Einschwing- und Ausschwingverhalten, ähnlich einer angeschlagenen
Glocke. Dieses Ein- Ausschwingverhalten haben auch die Schwingkreise im
ZF-Verstärker jeden Empfängers. Wird also das Antennensignal schlagartig
weggeschaltet, schwingt der ZF-Verstärker für Bruchteile von Sekunden noch
nach. Schalte ich das Antennensignal wieder zu, schwingt der ZF-Verstärker
wieder weiter. Liegt die Umschaltzeit unterhalb der Nachschwingzeit des
ZF-Verstärkers, merke ich überhaupt nichts von dem Umschaltvorgang,
lediglich einen kleinen Amplitudeneinbruch, der ist aber wegen der
Begrenzerwirkung (s.o.) völlig unkritisch.
Beachte! Ich sprach von der Umschaltzeit, nicht
der Umschaltfrequenz!
Dieses Nachschwingverhalten verhindert z.B. bei einigen
Empfängern auch die Verwendung als Packet-Radio-RX mit höheren Datenraten,
da sie bei hohen Datenraten die 1-0 Übergänge durch die Nachschwingung einfach überbrücken und
damit illiminieren.
Jetzt noch was zur Wellenlänge. Die Angabe der Wellenlänge
beschreibt ja die Länge der Schwingung im freien Raum. Entsprechend die
Formel 300/f(MHz)=Lambda (m)
Also bei 150MHz = 2m entsprechend 145MHz =
2,0689655172413793103448275862069m.
Trifft diese Schwingung auf eine abgestimmte Antenne,
erzeugt sie darin eine Spannung.
Diese Schwingung bewegt sich zwar mit 300000km/sek im
freien Raum fort, trifft mit ihrem Scheitelwert aber an verschieden weit vom
Sender entfernten Antennen zu verschiedenen Zeiten ein.
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Soviel zur Theorie, ein Versuch der
Beschreibung.
Der Peilempfänger besitzt zwei Antennen mit einem Abstand
voneinander. Stehen die beiden Antennen im gleichen Abstand zum Sender, also
nebeneinander vom Sender aus gesehen, werden sie Zeitgleich mit gleicher
Amplitudenlage getroffen. Schalte ich jetzt, möglichst steilflankig,
zwischen den beiden Antennen hin und her, wird der Empfänger nichts merken,
da, s.o. die Nachschwingzeit der ZF die Umschaltflanken überbrückt und
danach wieder gleiche Phasenlage herrscht.

Positioniere ich jetzt beide Antennen vom Sender aus
gesehen hintereinander, wird die senderzugewandte Antenne zuerst das
Amplitudenmaximum erhalten, die senderabgewandte Antenne dagegen um die
Laufzeit der Welle im freien Raum später. Schalte ich jetzt zwischen den
Antennen hin und her, ergibt sich ein Phasensprung. Dieser Phasensprung
erzeugt jetzt im Empfänger einen Ton mit der Frequenz in der die Antennen
umgeschaltet werden.

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Jetzt etwas zur
Antennenausrichtung.
Der Kreis und der Sinus sind zwei unmittelbar zusammenhängende Dinge.
Betrachte ich einmal den Fall, die Antennen stehen
nebeneinander auf einer Platte.
Werden die beiden Antennen/Platte minimal gedreht verändert
sich der Abstand zum Sender gleich erheblich. Stehen die Antennen
hintereinander und ich drehe die Platte um den gleichen Betrag, ändert sich
der Abstand der Antennen, abgesehen von der Phasenlage, fast gar nicht.
Analog dazu steht für dieses Verhalten die Sinuskurve, eine Kreisfunktion.

Jetzt wieder einmal der erste Fall, Antennen
nebeneinander. Das Sendersignal trifft beide Antennen Gleichzeitig. Das
bedeutet keinen Phasensprung beim Umschalten der Antennen. Wird die
Antennenanordnung leicht gedreht, gibt es einen Phasensprung. Da sich der
Abstand schnell ändert ergibt sich eine schmale Peilkeule.
Der leiseste Ton entspricht der Richtung, vorwärts
oder rückwärts (zwischen den Antennen hindurchgesehen).
Nun der zweite Fall, Antennen hintereinander. Das
Sendesignal erzeugt einen Phasensprung, es pfeift im nachgeschalteten Empfänger.
Wird die Anordnung leicht gedreht, verändert sich der Abstand zum Sender
relativ minimal, das sich der Abstand minimal ändert. Das ergibt eine
breite Peilkeule.

Der lauteste Ton entspricht der Richtung, vorwärts
oder rückwärts (über die Antennen gesehen).
Minimal- und Maximal-Peilung
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Wie jetzt aber die Vor- und Rück-Peilung?
Bei dem oben beschriebenem Prinzip spielt die Zeit, genauer die
Laufzeit, ein große Rolle. Betrachte ich den Fall, das beide Antennen
nebeneinander stehen, könnte ich mit unterschiedlichen Laufzeiten in der
Antennenzuführung überhaupt nichts erreichen. Stehen die Antennen dagegen
hintereinander, sieht es anders aus. Hier hat die Antenne zwar einen breiten
Öffnungswinkel aber das ist bei Vor-Rück-Peilung ja unwichtig.
Wenn also die Antennen hintereinander stehen, bekommt
die sendernahe Antenne das Signal eher, wie die senderferne Antenne. Beim
hin und herschalten der Antennen entsteht dann der Phasensprung = Pfeifton
im RX, s.o..
Schalte ich jetzt in die Zuleitung der sendernahen
Antenne eine Verzögerungsleitung in Form eines längeren Koaxialkabels
dessen Laufzeit genau der Laufzeit entspricht, die dem Abstand der beiden
Antennen entspricht, ergibt sich beim Antennenschalten kein Phasensprung,
also auch keinem Ton im RX.
Drehe ich jetzt mein Antennengebilde um 180° steht die
verzögerte Antenne hinter der unverzögerten Antenne.

Das eintreffende Signal trifft zuerst auf die unverzögerte
Antenne und nach Laufzeit des Signals auf die verzögerte Antenne. Wird
durch die Laufzeitleitung nochmals verzögert und erzeugt einen doppelt so
großen Phasensprung wie vorher. Es Pfeift im RX.
Somit habe ich die Richtung ermittelt. Bei Pfiff zeigt
die unverzögerte Antenne zum Peilobjekt.
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Die verwendeten Antennen.
Praxisversuche mit baugleichen Antennen haben immer wieder
Probleme dahingehend ergeben, das sie eben nur äußerlich Baugleich sind.
Ihre physikalischen Werte variierten immer und waren schwer reproduzierbar.
Sie lagen zwar immer in dem für sie zugedachten Frequenzbereichen, nicht
aber mit der notwendigen Toleranz in Betracht der Resonanz, die bei dieser
Anwendung sehr klein sind. Die Antennen müssen ja, bis auf den Phasenfehler
genau sein.
Versuche mit einer Magnetantenne verliefen zuerst auch
nicht optimal, weil die Kreiskapazitäten nicht die Langzeitstabilität
hatten, wie erforderlich. Die Trimmer veränderten, wenn auch nur minimal,
ihre Eigenschaften, was zum Systemausfall führt.
Erfolg brachte dagegen eine Variante mit festem C und
gedrucktem L und einem gedruckten Koppel-L. Zu diesem Koppel L kam noch ein
einstellbares L, das ein feinfühligen Abgleich auf korrekte Phasenlage ermöglicht.
Dieses L geht ja nur um den Koppelfaktor reduziert in die Kreiswerte ein.
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Die gesamte Schaltung incl. der beiden Magnetantennen
findet auf einer Platine Platz, die in etwa einem der Länge nach gefaltetem
DIN-A4 Blatt entspricht. Zur Schaltung gehören einige IC’s die die
Umschaltfrequenz mit erforderlicher Steilheit erzeugen, die Phasenleitung
bedarfsweise einschleifen (Vor-Rück-Peilung), beim Einschalten einen
Batteriecheck durchführen, einem Batteriehalter für einen 9V-Block einige
Kleinteile und der Schaltdioden.
Zusätzlich ist für den Nahbereich der Peilung noch
eine Funktion, die dafür sorgt, das sich der Peilton ändert. Somit wird
die unmittelbare Nähe des Peilobjektes signalisiert.
Der Strombedarf der ganzen Schaltung ist so gering,
dass eigentlich der Lagertod der Batterie eher anzunehmen ist.
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Und so sah die Platine fast aus (schematische
Darstellung, unmasstäblich!).

Deutlich sichtbar, rechts und links die "Magnetischen Antennen"
und dazwischen sitzt die Elektronik. Als Einziges Kabel verlässt ein RG58
diese Platine, das zum Peil-RX führt.
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Wichtiger Hinweis!
Die dargestellte Sinusschwingung entspricht NICHT der Wellenlänge des
2m-Bandes! Sie steht nur symbolisch für irgend eine Wellenlänge um das
Prinzip verdeutlichen zu können. Wenn ich oben beschrieben hatte, das in
dem Spandauer Modell die Antenne auf einer etwa 30cm langen Platine sind
(Länge DIN A4=310mm), würde die dargestellte Sinusschwingung einer
Wellenlänge von ca. 40-50cm entsprechen (600-750MHz). Folglich sind im
2m-Band die Phasenfehler/Phasenwinkel entsprechend kleiner, weil
Wellenlänge größer.
Das Prinzip sollte trotzdem verständlich werden.
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Dank an Dieter, DL7HD, für diesen netten und ausführlichen Vortrag und die
anschließende Peilvorführung mit überzeugendem Peilergebnis.
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Ich habe versucht diese doch recht komplexe Materie ähnlich verständlich
und hoffentlich fehlerfrei in Buchstaben zu bringen. Bei Unklarheiten
versuche ich diese zu erklären oder man wende sich gleich an Dieter. Die
E-Mail Adresse findet man unter >Kontakt< auf der linken Seite.
vy 73 de DC7MA
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Eine Magnetantenne für andere Zwecke
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