Amateurfunk - Was issn das?

Eine der bedeutensten Fragen müsste erst mal vorab dringend geklärt werden:

Heißt es FUNKAMATEUR oder AMATEURFUNKER? Es scheiden sich hier die Geister. Dann gibt es für den funkenden "User" noch das angelsächsische Wort HAM. Nein - das ist kein Schinken, sondern der Legende nach sollen es die Anfangsbuchstaben der "User" (Operator) der ersten Amateurfunkstation (HAM Radio Station) gewesen sein. 

Also bedeutet HAM-Radio NICHT Schinkenradio! ;-)

 

Yagi Antenne

 

Was tut ein Funkamateur?

HAMs frieren sich für ihr Hobby den A.... ab ...

HAMs bauen seltsame Antennenkonstruktionen ...

HAMs klettern zum Spaß auf hohen Masten herum ...

HAMs kommunizieren mit aller Welt ohne Telefongebühren...

          

 

Um den Funkbetrieb interessant zu gestalten haben sich die Amateurfunker allerlei einfallen lassen um den Sammler- und Jägerleidenschaften gerecht zu werden. Für eine Erstverbindung zwischen zwei Funkstationen tauschen die Funker schriftliche Empfangsbestätigungen aus. Diese Postkarten beinhalten Daten der Funkverbindung, wie z.B. Datum, Uhrzeit, Frequenz. Diese Postkarten werden dann über die nationalen Amateurfunkvereinigungen ausgetauscht. Solch eine Postkarte wird als "QSL-Karte" (Kuh-Es-El-Karte) bezeichnet. Diese zum Teil recht geschmackvoll gestalteten QSL-Karten werden dann jahrelang in Schuhkartons aufbewahrt bis sie vergilbt sind. Diese sogenannten QSL-Karten gelten als Nachweis für Diplome, die sich jeder Funkamateur stolz an die Wand seiner Funkerbude hängt.

Wie wird man Funkamateur?

Damit man "onair" (äquivalent für "online") sein kann, genügt es natürlich nicht, sich einen Amateurfunkanschluß zu bestellen. Der Amateurfunker braucht eine Lizenz, und vor dieser Lizenz steht eine nicht ganz einfache Prüfung. Diese legt man bei der Bundesnetzagentur ab und erhält ein nur Ihm zugeteiltes Rufzeichen. Wenn man jetzt noch die entsprechenden Geräte hat, steht einem die Welt offen. In den letzten 20Jahren hat auch die Computerwelt Einzug in das HAM-Leben genommen und ein PC ist schon fast nicht mehr wegzudenken.

  

 

Welche Betriebsarten kann man als Funkamateur betreiben?

ATV - Amateurfunkfernsehen

Hierbei handelt es sich um die Übertragung von bewegten Bildern plus Ton. Verfahren wie beim "normalen" Fernsehen (analog).
Da die Reichweite der verwendeten Wellenlängen (70cm - 3cm) nicht sehr groß ist, wird für die Bildübertragung gerne auf "Relaisfunkstellen" (Umsetzer auf erhöhten Standorten / Berg, Turm, Hochhaus) zugegriffen.
Es werden auch Versuche mit "digitaler" Übertragung durchgeführt.
Bei der Betriebsart ATV ist der Funkamateur noch viel auf  "Selbstbau" angewiesen.

Sprechfunk

Die Betriebsart "Sprechfunk" ist hinlänglich bekannt. Sie wird auf fast allen zugelassenen Frequenzen durchgeführt. Im "UKW-Bereich" findet die "Frequenzmodulation" (FM) aber auch wie auf Kurzwelle (KW) die "Amplitudenmodulation" (AM, SSB) Anwendung.
Im internationalen Verkehr werden die Gespräche sehr oft in ENGLISCH durchgeführt. Er wird meistens die Sprache verwendet, welcher die Gesprächspartner mächtig sind. Alle Sprachen gelten als "offene" Sprache und sind somit zulässig (auf jeden Fall in Deutschland).
Bei vielen Verbindungen auf Kurzwelle (SSB = Single Side Band / Einseitenbandmodulation) ist es für "Ungeübte" oft schwer, etwas zu verstehen.

Morsetelegrafie 

Beim "Morsen" handelt es sich um die älteste Möglichkeit, Daten auf dem Funkweg zu übertragen. Hierbei wird der Sender im Rhythmus der Morsezeichen ein- und ausgeschaltet. Auf der Empfängerseite werden die Morsezeichen durch einen Überlagerungston wieder hörbar gemacht. Da die Übermittlung der Daten auf diesem recht einfachen Prinzip beruht, ist es möglich, mit recht kleinen Leistungen (1 bis 10 Watt) weltweiten Funkverkehr durchzuführen.
Für die "Codierung" und "Decodierung" ist der Funkamateur mit seinen Fingern (Morsetaste) beim Senden und mit seinem Gehör beim Empfang zuständig. Die Morsezeichen müssen also erst gelernt werden. Danach bedarf es einiger Übung um auch bei erschwerten Bedingungen (Leise Signale, Störungen duch andere Sender, Gewitter usw.) eine Funkverbindung zustande zu bringen.
Die Morsezeichen setzen sich aus "Punkten" und "Strichen" zusammen ( .-  für "a", -...  für "b", .----  für "1" usw.). Um international kommunizieren zu können, wurden speziell für die Morsetelegrafie Abkürzungen entwickelt. Hier kennt man den sogenannten "Q-Code" ( cq = allgemeiner Anruf, qrt = Sendung einstellen, qrs = langsamer Geben usw....). Neben dem Q-Code finden auch andere Abkürzungen ihre Anwendung ( ur rst 599 = pse k.... = Ihr Signal ist einwandrei lesbar mit großer Lautstärke und einwandfreiem Ton = bitte kommen...).

EME (Erde Mond Erde)

EME bezeichnet Funkverbindungen, bei denen der Mond als Reflektor (Spiegel) verwendet wird. Hierbei ist eine sehr starke Bündelung der elektromagnetischen Wellen angebracht, denn es gilt eine sehr große Entfernung (356410 bis 406740 km hin und zurück) zu überbrücken. Außerdem ist der Mond kein idealer Reflektor und streut die ankommenden Wellen in alle Richtungen.
EME-Verbindungen können nur mit hoher Sendeleistung bzw. ausgezeichneten Antennen durchgeführt werden. Eine sehr gute Antennenanlage ist auch auf der Empfangsseite wichtig. EME wird nur mit Frequenzen ab 144 MHz aufwärts durchgeführt.

Digitale Übertragungen

RTTY, PSK31, MT63, AMTOR, PACTOR, CLOVER und PACKET RADIO sind digitale Betriebsarten. RTTY (Radio-Tele-TYpe) ist hier die älteste und einfachste Betriebsart. Einzelne Buchstaben sind mit hohen und tiefen Tönen codiert. Diese Töne werden übertragen und auf der Empfangsseite wieder in Buchstaben auf dem Bildschirm (früher Fernschreiber) gewandelt. Es ist ein stabiles Funksignal nötig um zu viele Fehler zu vermeiden. Eine dem RTTY ähnliche Betriebsart ist PSK31. Hierbei werden bei einem zu übertragendem 1000 Hz Ton "Phasensprünge" erzeugt (PSK = "Phase Shift Keying"). Die Bandbreite ist hierbei sehr gering (unter 60 Hz) und das Signal läßt sich auch bei starken Störungen bzw. starkem Rauschen noch einwandfrei decodieren. Die Codierung und Decodierung wird mittels Computer mit entsprechender Software plus Soundkarte vorgenommen.
Ebenso mit Computer und Soundkarte arbeitet MT63.  Für die Textübertragung werden 64 Töne im Abstand von 15,625 Hz auf einer Bandbreite von 1 kHz übertragen. Jeder dieser Töne wird mit 10 Baud mit DBPSK (Differential Bipolar Phase Shift Keying) moduliert. Außerdem werden die Daten zeitlich verschachtelt (Interleave oder FEC = Forward Error Correction) übertragen. Dadurch ist die Betriebsart gegenüber Störimpulsen unempfindlich (by dh7uaf).
Bei Amtor, Pactor, Clover und Packet Radio werden mehrere Buchstaben (Zeichen) auf einmal gesendet. Die Empfansstelle erkennt an der Codierung, ob die Zeichen richtig übertragen wurden, geht jetzt selbst auf Sendung und bestätigt die Richtigkeit. Jetzt erst kann der Sender die nächste Zeichengruppe übertragen. Amtor, Pactor und Clover sind hierbei speziell für die häufig gestörte Kurzwelle geeignete Übertragungsverfahren. Sie benötigen nur eine geringe "Bandbreite" sind dafür aber recht langsam (45 bis 300 Bit/s).
Packet Radio kann ebenso auf Kurzwelle eingesetzt werden, hier aber auch nur bis zu Zeichengeschwindigkeiten von 300 Bit/s.
Auf UKW (2m, 70cm u. 23cm oder höher) wird Packet Radio mit 1200 bis 19200 Bit/s übertragen. Hier sind die Reichweiten aber weituas geringer als auf Kurzwelle und die Funkamateure verwenden ein von ihnen selbst gebautes, weltweites Netz. In diesem Netz sind die "Netzknoten" (auch Digipeater) über Richtfunkstrecken miteinander verbunden. Über sogenannte "Einstiegsknoten" kommen die einzelnen Funkamateure in dieses Netz und können miteinander in Verbindung treten.
Hat ein Funkamateur sein Gerät nicht eingeschaltet, kann er über "Mailboxen" (ähnlich dem Internet) erreicht werden.

Satellitenfunk

Um auf UKW-Frequenzen große Entfernungen zu überbrücken, benötigt man Umsetzer (Relais) auf hohen Standorten. Ideal sind Umsetzer in Satelliten. In weltweiter Zusammenarbeit (auch mit Universitäten) haben Funkamateure eigene Satelliten entwickelt.
Um über Satellit eine Funkverbindung aufnehmen zu können, benötigt man neben Sender und Empfänger geeignete Antennen, die eventuell den sich zum Teil recht schnell bewegenden Satelliten nachgeführt werden können.
Über Satelliten wird Sprechfunk, Morsetelegrafie und Packet Radio übermittelt. Um zu wissen wo sich ein Satellit gerade befindet, gibt es verschiedene Rechnerprogramme. Hier müssen immer die aktuellen Satelliten-Daten eingegeben werden (Kepler-Elemente).

MS (Meteor Scatter)

Verbindungen über Meteor-Scatter sind Reflexionen an ionisierten Luftschichten, die durch das Verglühen von in die Erdatmosphäre einfallenden Meteoren entstehen (Sternschnuppen). Diese Funkverbindungen (meistens in sehr schnellem Morsecode aber auch Sprechfunk) sind nur sehr kurz (1... Sekunden) und werden nach einem bestimmten Schema abgewickelt. Sehr oft werden solche Versuche auf Kurzwelle vereinbart. Die Reichweite geht weit über den Horizont hinaus (bis zu mehrere tausend Kilometer).

Aurora-Verbindungen

Hierbei handelt es sich um Reflexionen an den ionisierten Luftschichten des Polarlichts. Auf UKW sind hier Verbindungen über einige tausend Kilometer möglich. Die Signale sind allerdings nur schwer verständlich (stark verbrummt). Als Betriebsart empfiehlt sich Morsetelegrafie, Sprechfunk ist auch möglich.

Fuchsjagd (Radio-Navigation)

Bei einer "Fuchsjagd" werden mehrere (meist 5) Sender (Füchse) in geeignetem Gelände versteckt. Die Jäger müssen innerhalb kürzester Zeit die Füchse mittels eines Peilempfängers orten und aufsuchen. Hierbei ist nicht nur gute körperliche Kondition gefragt, auch die Peiltechniken müssen beherrscht werden.
Die Sender (Füchse) senden auf 80m oder 2m (Kurzwelle oder UKW).

FAX und SSTV (Slow-Scan-Tele-Vision)

Bei beiden Betriebsarten werden in einem "schmalbandigen" Verfahren, das auch für die Kurzwelle geeignet ist, Bilder in S/W oder in Farbe übertragen. Die Übertragung dauert je nach Auflösung (Bildschärfe) zwischen einigen Sekunden und einigen Minuten. Duch den Einsatz von PCs und der entsprechenden Programme sind diese Übertragungsverfahren mit wenig Aufwand möglich. Ein notwendiges Modem läßt sich für den Anfang mit wenigen Handgriffen zusammenbauen, bzw. kann bei neueren Programmen die "Soundkarte" diese Aufgaben übernehmen.

Und das sind nun wir...  zur VFDB-Homepage

Der Ortsverband "Collmberg" wurde am 23.09.1995, gleichzeitig mit dem Bezirksverband  Sachsen gegründet.

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Mitglieder des OV Collmberg Z91    (Stand: 22.02.2008)
 

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DL 0 RCO Clubstation verantw. DL6YUM
DC 0 TO Clubstation verantw. DG3VSM
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DG Ø LAM

Dittmann

Paul Gerhard

DG Ø LAS

Dittmann

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